Der Dalai-Lama
das Herrscherjuwel

Der Dalai-Lama, wir haben bestimmt alle schon von ihm gehört doch wer ist er eigentlich?
das ist er ;-)

Okay, das mag den wenigsten jetzt die Frage erklärt haben. Also, wollen wir erst mal den Begriff Dalai-Lama klären, er bedeutet im mongolischen soviel wie Weltmeerpriester und in Tibet wird er Gyalba Rinpoche genannt  - "Herrscherjuwel". Der Dalai-Lama ist bzw. war das politische und religiöse Oberhaupt Tibets. Bis 1950, in diesem Jahr wurde er von den Chinesen abgesetzt.
Der Sitz der Dalai-Lama war bis zum Jahre 1959 der Potala-Palast in Lhasa. Dort standen dann verständlicherweise auch die meisten und größten Kloster Tibets.

Wenn man jetzt denkt jeder einfacher Lama (Mönch des Lamaismus) könnte Dalai Lama werden, dann habt Ihr teilweise recht. Denn ganz so leicht ist es nun doch nicht, nach dem Tod des Dalai Lamas suchen Mönche unter Neugeborenen nach bestimmten Merkmales, die auf eine Reinkarnation des Dalai Lamas hinweisen.
Der erste Dalai Lama war dGe-'dun grub-pa im 15. Jahrhundert. Ursprünglich war der Dalai Lama der Abt des Klosters von Lhasa, das im 14. Jahrhundert zum Zentrum des Lamaismus wurde. Der Dalai Lama gilt als Reinkarnation des vorherigen Dalai Lamas und des Bodhisattwa Awolkischetwara, des speziellen Schutzheiligen Tibets.


Der Lamaismus
Der Lamaismus ist eine besondere Form des Buddhismus, die sich seit dem 7. Jahrhundert in Tibet entwickelt. Der damalige König Srongbtsan sgam-po führte den Lamaismus ein, um die herrschende Bon-Priesterschaft zurückzu- drängen.
Nachdem im 8. Jahrhundert sich in Tibet eine antibudd-
histische Reaktion in Tibet entwickelte, verbreiteten die indischen Mönche Schantirakschita und Padmasahawa den Buddhismus in Tibet. Hierbei entstand der Padmaismus, eine Sonderform des Lamaismus. Den Durchbruch erlang der Lamaismus aber erst um 1000 mit dem Wirken des bengalischen Missionars Atischa. Im 11. und 12. Jahrhundert stand der Lamaismus in enger Verbindung mit dem indischen Buddhismus. Um 1300 formierten sich verschiedene lamaistische Sekten, die meiste Bedeutung dürfte wohl die Saskya-Sekte erhalten. Unter mongolischem Schutz regierten die Äbte des Saskya Klosters im 13. und 14. Jahrhundert als Könige Tibets. Dies ließ sich der Reformator Tsong-kha-pa (Mönchsname Sumatikirti) in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts nicht mehr gefallen und gründete die Tugendsekte - die Gelbmützen. Seit diesem Zeitpunkt haben die Gelbmützen die Oberhand über die älteren "Rotmützen". Der Neffe des Reformators wurde dann der erste Dalai Lama.